Über das Dolmetschen

Dolmetschen ist...

...die mündliche Übertragung eines gesprochenen Textes aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache.

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Was versteht man unter Ausgangs- bzw. Zielsprache?

Als Ausgangssprache wird jene Sprache bezeichnet, aus der gedolmetscht wird. Die Sprache, in die der Text übertragen wird, nennt man Zielsprache.

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Was ist Simultandolmetschen?

Die DolmetscherInnen hören den Vortragenden über Kopfhörer in einer schallisolierten Kabine zu und dolmetschen zeitgleich über Mikrophon in die jeweilige Zielsprache. Die ZuhörerInnen benötigen zum Empfang ebenfalls Kopfhörer und müssen bei jeder Wortmeldung in ein Mikrophon sprechen.

Simultandolmetschen ist ein hochkomplexer Vorgang, bei dem verschiedene Tätigkeiten parallel ablaufen (zuhören - Gehörtes analysieren – noch nicht Gesagtes antizipieren - in die Zielsprache übertragen - reden). Es erfordert höchste Konzentration, die in dieser Intensität nicht länger als 30-40 Minuten aufrechterhalten werden kann. Daher sind für jede Sprache immer mindestens zwei DolmetscherInnen notwendig, die einander ablösen. Die Tagesarbeitszeit für Dolmetscher beträgt höchstens 7 Stunden.

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Was ist Konsekutivdolmetschen?

Die Dolmetschung erfolgt ohne Dolmetschanlage nach dem Ende der Wortmeldung. Die Rede kann entweder im Ganzen oder, bei schwierigen Themen, in kürzeren Passagen wiedergegeben werden. Bei längeren Passagen wird als Gedächtnisstütze eine spezielle Notizentechnik verwendet. Aufgrund des erhöhten Zeitaufwandes ist diese Technik eher für kleine Arbeitsgruppen und Tischreden geeignet.

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Was ist Flüsterdolmetschen?

Die Wortmeldung wird zwar "simultan" aber im Flüsterton ohne technische Hilfsmittel für höchstens 2-3 Personen gedolmetscht.
Zu beachten: Das Flüsterdolmetschen erhöht den Geräuschpegel im Saal und ist für DolmetscherInnen und ZuhörerInnen gleichermaßen anstrengend.

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Überblick über die Arten des Dolmetschens

Simultandolmetschen:


  • kein Zeitverlust
  • beliebig viele Sprachen
  • technische Ausrüstung erforderlich
  • mind. 2 DolmetscherInnen, wobei die Anzahl von den Sprachkombinationen abhängt

Ausrüstung: Simultananlage, Tonanlage, Funkmikros bei Diskussionen mit Publikum Kabine(n) im Saal, Techniker für die Dauer der Veranstaltung Zahl der ZuhörerInnen: unbegrenzt

Konsekutivdolmetschen


  • keine technische Ausrüstung
  • verlängert die Wortmeldungen um fast das Doppelte
  • nur bei zwei Arbeitssprachen sinnvoll

Ausrüstung: Keine Erfordernis: Sitzplatz mit Schreibmöglichkeit für DolmetscherIn Zahl der ZuhörerInnen: unbegrenzt

Flüsterdolmetschen


  • kein Zeitverlust
  • keine technische Ausrüstung erforderlich
  • kann störend wirken
  • üblicherweise nur in eine Richtung, manchmal in Kombination mit Konsekutiv in die Gegenrichtung

Ausrüstung: Keine
Erfordernis: strategisch günstiger Sitzplatz für DolmetscherIn
Zahl der ZuhörerInnen: max. 2-3

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Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es für DolmetscherInnen in Österreich?

In Österreich werden Dolmetschen und Dolmetschwissenschaften an drei Universitätsinstituten gelehrt (Graz, Innsbruck und Wien); in der Regel werden drei Sprachen (Mutter-/Bildungssprache, 1. Fremdsprache, 2. Fremdsprache) studiert.

Im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses haben die universitären Ausbildungsstätten Wien und Graz bereits das dreiteilige Studium mit BA-, MA- und Ph.D.-Abschlüssen eingeführt. Am Innsbrucker Institut wird die Umsetzung des Bologna-Prozesses vorbereitet. Aufgrund früherer Studienpläne können ausgebildete ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen aber neben Mag.phil. (MA) oder Dr.phil. (Ph.D.) auch folgende akademische Grade haben: Dipl.-Dolm. (für Übersetzen bzw. Dolmetschen) und Akad.Ü. (Kurzstudium).

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